1992 – 2022: 30 Jahre Triathlon in Fulda e.V.
17.02.2022 09:16
von Andrea Dietl
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1992 – 2022 : 30 Jahre Triathlon in Fulda e.V.

Vom Gründungsmitglied bis zur Jugendathletin im Landeskader


Die Geschichte begann eigentlich bereits 1988: Günter Rothmayer und Peter Leinweber, seinerzeit bereits aktive Triathleten, wollten gemeinsam trainieren und mit weiteren Gleichgesinnten an Triathlon Wettkämpfen teilnehmen. Zur damaligen Zeit war Triathlon noch eine sehr unbekannte Sportart. Die bestehenden Vereine der Region im Schwimmen, Radfahren und Laufen hatten keinerlei Bezug zu Triathlon und auch kein wirkliches Interesse sich mit dieser neuen „exotischen Sportart“ zu beschäftigen.
So entschieden sich Rothmayer und Leinweber im Jahre 1992 schließlich gemeinsam mit sieben weiteren Gründungsmitgliedern die Triathlon Gemeinschaft „Tri-Force Fulda e.V.“ als gemeinnützigen Verein zu gründen. Die Betonung und der Geist der Vereinsgründung lag auf der Gemeinschaft mit anderen Triathleten. Dies galt bei der Vereinsgründung und gilt bis heute.

Triathlon besteht aus den drei Komponenten: Schwimmen – Radfahren – Laufen, inklusive der notwendigen Wechsel zwischen den drei Disziplinen. Die Zeit läuft folglich vom Start bis ins Ziel. Daraus ergeben sich diverse Anforderungen im Training und im Wettkampf. Es zählt also nicht nur die drei Disziplinen zu beherrschen, sondern auch den Wechsel flüssig zu gestalten.  
Die größte Herausforderung stellt für viele Neugierige und Interessierte das Schwimmen dar. Im Gegensatz zum Training im Schwimmbad auf genormten Bahnen findet der klassische Triathlon zumeist mit einem sogenannten Massenstart (alle Athleten gleichzeitig) statt. Spritzendes Wasser, umherrudernde Arme und Beine, Wellengang - und das gleich zu Beginn des Wettkampfes. Das Freiwasserschwimmen im Pfordter See gehörte folglich von Anfang an zu den wichtigsten Trainingseinheiten seit der Vereinsgründung. Seit 30 Jahren trifft man sich Freitag nachmittags am See um gemeinsam wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Im Jahr 1992 erreichte man eine stolze Mitgliederzahl von 20 Aktiven. Trainiert wurden nach bestem Wissen und Erfahrungen die drei Einzelsportarten – ein „Triathlon Trainer“ oder Trainingsliteratur stand bis dato noch nicht zur Verfügung. Auch in Bezug auf die Ernährung und die Verpflegung während des Wettkampfes wurde vieles einfach ausprobiert und getestet – Erfolgreiches beibehalten, Misserfolge angenommen und das Konzept verändert.
Tri-Force organisierte von 1996 bis zum Jahr 2000 insgesamt fünf Triathlon-Veranstaltungen und wurde so in der Region auch immer bekannter. Im Jahr 2000 wurde Triathlon olympisch und der erste Deutsche gewann die Silbermedaille in Sydney. Tri-Force zählte jetzt schon 50 Mitglieder. Im Jahr 2010 richtete man erstmals den Barockstadt Triathlon aus. Dieser wurde ab dem Folgejahr an die Wasserfreunde in Fulda weitergeben und findet bis heute statt.
Die mehrfachen Siege und viele weitere Podestplätze deutscher Triathleten auf Hawaii katapultierten den Sport in die Medien und in die Wahrnehmung der sportbegeisterten Bevölkerung. Es etablierten sich im Wesentlichen vier verschieden Streckenformate: die Sprintdistanz, die olympische, die Mitteldistanz und die legendäre Langdistanz (auch: Ironman). Triathlon ist heute im Jahr 2022 als Sportart anerkannt und findet starke Beachtung. Auch für Einsteiger gibt es mehr und mehr Angebote, zum Beispiel die Teilnahme an einer besonders kurzen Distanz oder als Staffel.

Aktuell zählt der Verein 140 Mitglieder. Das Trainingsangebot dreht sich im Kern um das Laufen, Schwimmen und Radfahren. Es finden aber auch ergänzende Einheiten wie beispielsweise Athletiktraining oder Langlaufwochenenden statt. Einige Vereinsmitglieder nehmen an verwandten Wettkämpfen wie z.B. Duathlon (Laufen & Radfahren), Aquabike (Schwimmen & Radfahren), SwimRun (Schwimmen & Laufen) oder Trail Running (Laufen in unwegigem Gelände) erfolgreich teil.
Tom Eggerstedt, 1. Vorsitzender seit 2017, entwickelte den klassischen Vorstand hin zu einem sogenannten „erweiterten Vorstand“. Durch die nun acht zugehörigen Vorstandsmitglieder konnten die Aufgaben besser verteilt, der Verein ausgewogener repräsentiert und die Weiterentwicklung noch konsequenter vorangetrieben werden. Der Verein kooperiert außerdem mit einigen regionalen Sponsoren, was den Mitgliedern in unterschiedlichster Weise zu Gute kommt.
Den Traum am legendären „Ironman Hawaii“ teilzunehmen konnten sich bereits einige Tri-Forcer erfüllen. Wer einmal Wettkampfluft geschnuppert hat, weiß, wie viel Disziplin und Vorbereitung hinter so einer Teilnahme stecken. Seit vielen Jahren nimmt der Verein gleich mit mehreren Mannschaften an der hessischen Triathlon-Liga teil. Triathleten, eigentlich Individualsportler und Einzelstarter, bereichern Ihre Erfahrungen mit Starts im Team. Das gemeinsame Training wird bei Tri-Force großgeschrieben. Seit 2020 gibt es auch ein spezielles Nachwuchstraining für Jugendliche ab 14 Jahren. Trotz der Pandemie konnten die Trainer die jungen Talente gezielt fördern. So wurde beispielsweise Antonia Seemann aufgrund Ihrer hervorragenden Leistungen in den Hessischen Landeskader berufen.

Wer nun denkt, dass Triathlon nur etwas für junge Menschen ist, hat weit gefehlt: Die zwei Gründungsmitglieder Rothmayer und Leinweber sind weiterhin freitags am Pfordter See und starten in unterschiedlichen Wettkämpfen bis hin zur Langdistanz (Ironman). Sie blicken mit großem Optimismus in die Zukunft und feiern das 30-jährige Jubiläum mit ihrem Verein. Interessierte sind herzlich eingeladen, die Homepage www.triforce-fulda.de zu besuchen und an einem Schnuppertraining teilzunehmen.

 

 

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Tri-Force Fulda e.V.