Möller mit starkem Saisonauftakt beim Ironman 70.3 Dubai
05.02.2019 14:27
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Der Eichenzeller Triathlet Uwe Möller von Tri-Force Fulda startete am Freitag mit dem Ironman 70.3 Dubai in die Wettkampfsaison 2019. Mit dem Ergebnis ist der 53-jährige ambitionierte Athlet mehr als zufrieden.

Erst im Oktober 2018 war Möller bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii an den Start gegangen, hier erreichte er nach einer Zeit von 11:02:24 Stunden das Ziel. Wenn er an diesen 13. Oktober 2018 zurückdenkt hat er gemischte Gefühle. Er hatte sich akribisch auf den großen Tag vorbereitet, auf seine letzte Langdistanz. Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist, unter diesem Motto war Möller ans andere Ende der Welt geflogen um sich noch ein letztes Mal mit den Besten seiner Sportart zu messen. Er hat unzählige Stunden im Wasser, auf dem Rad und in seinen Laufschuhen verbracht. Nun war er endlich gekommen, der Tag des letzten Ironman. Den Verlauf eines Ironman kann man jedoch nicht planen, es kann der perfekte Tag werden, oder im Desaster enden. Während 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und dem Laufen eines Marathons kann viel passieren.

Die Schwimmstrecke absolvierte Möller in 1:07:07 Stunden, mit dieser Zeit war der Eichenzeller zufrieden. Anschließend ging es auf die 180 km lange Radstrecke auf den berühmten Queen K Highway. Bei steigenden Temperaturen galt es dran zu bleiben, zu beißen, den widrigen Bedingungen zu trotzen und das Beste aus sich heraus zu holen. Nach 50 km wurde Möller von einer größeren Radgruppe überholt und musste zur Seite ausweichen. Hier überfuhr er die in den USA am Rande des Highways üblicherweise angebrachten Katzenaugen. Dies führte dazu, dass sich seine Trinkflasche löste und aus der Halterung sprang. Die Flasche fiel aus dem Halter direkt auf die Straße. Dies blieb von einem Kampfrichter nicht unbemerkt und er gab Möller für das so genannte Littering eine Zeitstrafe von 5 Minuten. Auch die Erklärungen Möllers, dass er die Flasche nicht mit Absicht weggeworfen sondern sie verloren hatte, konnte den Kampfrichter nicht umstimmen. Möller musste in eine so genannte Penalty Box. Diese Boxen stehen mehrfach auf der Strecke und man ist verpflichtet, nach einem Vergehen die nächste Box anzufahren. Hier bekommt man eine Stoppuhr um den Hals gehängt auf der die Zeitstrafe abläuft. Dies führt für den Athleten zu einer Unterbrechung seiner Belastung, die Pulswerte verändern sich, man fängt stark an zu schwitzen und die Konzentration, das Fokussieren auf den Wettkampf lässt nach. Nach der Zeitstrafe wieder ins Rennen zu finden fiel dem Eichenzeller schwer.

Trotz Zeitstrafe absolvierte er die Radstrecke allerdings noch in sehr guten 5:20:34 Stunden. Jetzt stand nur noch die Laufstrecke auf dem Plan. Die ersten 10 km liefen wie geschmiert, Möller rannte wie ein Uhrwerk die Strecke ab, sollte seine letzte Langdistanz doch noch einmal ein perfekter Tag werden? Ab Laufkilometer 15 ging es dem Eichenzeller dann plötzlich zunehmend schlechter, er konnte keine Nahrung mehr bei sich behalten, hatte starke Magenprobleme und kämpfe sich durch den heißesten Abschnitt der Strecke, das so genannte Energylab. Als dies überwunden war, war es nicht mehr allzu weit, es kam ein bisschen kühlender Wind auf. Aufgeben war keine Option. Möller mobilisierte seine letzten Reserven und erreichte nach einer Gesamtzeit von 11:02:24 als 1385. von insgesamt 2307 Finishern die Ziellinie. Er war froh dieses Rennen überstanden zu haben, zufrieden war er allerdings nicht.

Diese Erfahrung zu verarbeiten kostete den 53-jährigen etwas Zeit, bevor er sich auf die neue Saison konzentrieren konnte. Jetzt gibt es kein Blick mehr zurück, sondern nur noch nach vorn. Der Wettkampf in Dubai sollte auch als Leistungsorientierung dienen. Hat sich die Umstellung des Radtrainings in den letzten Wochen ausgezahlt, wie sind die Defizite beim Laufen? Diese Disziplin konnte Möller in den letzten Wochen aufgrund der Wetterbedingungen nur sehr wenig trainieren.

Die Schwimmstrecke startete vor dem atemberaubenden Hotel der Superlative, dem Burj Al Arab. Mit der aufgehenden Sonne wurden die Athleten in Wellenstarts ins Wasser gelassen. Möller absolvierte die 1,9 km lange teils wellige Schwimmstrecke in 29:51 Minuten und ging anschließend aufs Rad. Hier fühlte er sich durchgehend stark, die Umstellung des Trainings hat sich ausgezahlt.

Die 90 Radkilometer hatte Möller nach 2:18:31 Stunden abgespult, dies entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 39.05 km/h und einer persönlichen Bestleistung auf dem Kurs in Dubai. Die anschließende 21 km lange Laufstrecke schaffte Möller in 1:48:51 Stunden. Hier muss der Athlet von TriForce Fulda die nächsten Wochen noch nachlegen. Sobald die Temperaturen steigen, wird ein gleichmäßiger Fokus auf Rad- und Lauftraining gelegt.

Trotz allem ist er mit einer Zielzeit von 4:44:05 Stunden mehr als zufrieden. So schnell hatte er die Strecke in den Vereinten Arabischen Emiraten noch nie bewältigt. Er erreichte in einem sehr starken Feld Platz 18 in seiner Altersklasse. Nun heißt es für ein paar Tage Füße hochlegen, bevor es mit dem Training weitergeht. Saisonhöhepunkt wird die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft im September in Nizza sein, hierfür hatte sich Möller bereits im September 2018 in Rügen qualifiziert. Und wer weiß, vielleicht wird dieser Tag ja dann wieder einer der perfekten Tage in Möllers Triathlonkarriere.  

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