Möller und Stadler erfolgreich bei Ironman Weltmeisterschaft
16.05.2022 17:05
von Andrea Dietl
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Normalerweise findet die Weltmeisterschaft im Ironman traditionell im Oktober auf Hawaii statt. Aufgrund der Coronapandemie ist der Wettkampf allerdings 2020 und 2021 ausgefallen. Der Nachholtermin für die WM 2021 war nun der 07.05.2022. Als Austragungsort wurde statt der wunderschönen Insel im Pazifik St. George im Bundesstaat Utah gewählt. Wer allerdings glaubte, dass die Bedingungen hier angenehmer wären als auf Hawaii hatte sich bitter getäuscht. Es war der härteste Rennkurs, den es je für eine Langdistanz im Triathlon gegeben hat. Die beiden Triathleten des Fuldaer Vereins Tri-Force Fulda Uwe Möller aus Eichenzell und Volker Stadler aus Fulda stellten sich dieser Herausforderung und meisterten sie mit Bravour.

Für Uwe Möller war es der 6. Start bei einer Ironman-Weltmeisterschaft, Volker Stadler feierte sein Debüt. Bereits einige Tage vor dem Rennen trafen sich die beiden um Erfahrungen und Tipps auszutauschen und die Vorfreude auf den großen Tag zu teilen. Natürlich war nach dem Test einiger Teile der Strecken auch eine Menge Respekt dabei. Volker Stadler hatte sich zwei Wochen vor dem Wettkampf an der Hüfte verletzt und seitdem eine strenge Sportpause verordnet bekommen, nicht die beste Voraussetzung für eine Langdistanz. Die Bedingungen sollten hart werden am Wettkampftag, Temperaturen über 30 Grad, zum Mittag hin zunehmender Wind und kein Fleckchen Schatten. Außerdem liegt der Ort in wüstenähnlicher Umgebung und auf 823 Metern Höhe.

Keine Traumbedingungen für 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,2 km Laufen. Am Morgen des Wettkampfs trafen sich die beiden Athleten um 4 Uhr am großen Ironman-Denkmal in der Innenstadt von St. George. Anschließend mussten Sie von ihrer persönlichen Supportcrew Abschied nehmen und wurden mit dem Schulbus zum 29 km entfernten Sand Hollow State Park gefahren. Dort fiel für Uwe Möller um 7:09 Uhr und für Volker Stadler um 7:19 Uhr der Startschuss in einen langen Tag. Die 3,8 km lange Schwimmstrecke wurde im 16 Grad kalten Seewasser zurückgelegt. Gut das die beiden Neoprenanzüge und Neoprenkappen dabeihatten. Uwe Möller stieg nach 1:09:44 und Volker Stadler nach 1:22:04 aus dem Wasser. Der kälteste Part des Tages war geschafft. Nachdem die beiden die Wechselzone passiert hatten, ging es auf die 180,2 km lange Radstrecke mit insgesamt 2.248 Höhenmetern. Gut, dass die beiden mit Rhön und Wasserkuppe perfekte Trainingsbedingungen hatten um hierfür zu trainieren. Die ersten 100 km der Radstecke verliefen wellig und die Temperaturen lagen noch bei knapp unter 30 Grad, es war nahezu windstill. Pünktlich zum knacken der 30-Grad-Marke musste die steile Gunlock Road erklommen werden. Nach einer kurzen und sehr steilen Abfahrt wo Geschwindigkeiten von mehr als 70 km/h erreicht wurden, ging es dann den noch steileren Snow Canyon hinauf. Nach dieser Strapaze konnte man sich nur noch auf die Abfahrt in die Stadt und den Besuch der zweiten Wechselzone freuen.

Volker Stadler kam mit der Radstrecke super zurecht und absolvierte diese in 6:02:46. Uwe Möller hatte ab km 100 Probleme mit der trockenen und staubigen Luft. Er hatte erst fünf Wochen vor dem Wettkampf eine Covid-19-Erkrankung mit nicht ganz so leichtem Verlauf und anschließend noch mit einer Norovirusinfektion zu kämpfen gehabt. Die Schleimhäute hatten sich noch nicht ausreichend erholt und so führte das anstrengende Atmen auf den bergigen Passagen bei trockener und staubiger Luft zu starkem Husten. Möller musste an Geschwindigkeit herausnehmen und benötigte für die Radstrecke eine Gesamtzeit von 6:19:36. Möllers Freundin arbeitete am Wettkampftag in der zweiten Wechselzone und konnte dort beiden Athleten eine extra Portion Motivation und ermutigenden Worten zukommen lassen. Nachdem die Laufschuhe geschnürt wurden ging es noch auf den anspruchsvollen Marathon mit 431 Höhenmetern auf zwei Runden.

Es gab kein einziges schattiges flaches Stück, es ging entweder nur Bergauf, oder Bergab. Und das bei Temperaturen weit über 30 Grad und leicht zunehmendem Wind. Zum Glück wurden die beiden hier von ihren beiden Supportern ordentlich angefeuert. Uwe Möller hatte durch die vielen Verpflegungsstationen besser die Möglichkeit seinen Hals feucht zu halten und lief den Marathon locker durch. Zu groß war die Angst, dass der Husten evtl. doch andere Ursachen haben könnte. Er benötigte für den Marathon 4:33:15 Stunden. Volker Stadler bekam in der zweiten Laufrunde die Konsequenzen von seiner Sportpause zu spüren. Er musste ab dem Halbmarathon an Geschwindigkeit herausnehmen und absolvierte den anspruchsvollen Laufkurs in 5:18:57 Stunden. Uwe Möller erreichte das Ziel nach einer Gesamtzeit von 12:15:50 Stunden, Volker Stadler nach 13:05:34 Stunden. Die beiden fielen sich im Athletengarten gut gelaunt in die Arme und genossen alkoholfreies Bier, Pizza und Pommes. Dies hatten sie sich redlich verdient. Viele Athleten mussten im Medical mit feuchter Inhalation oder Infusionen behandelt werden, dies blieb den beiden zum Glück erspart. Von knapp 3000 an den Start gegangenen Athleten erreichten an diesem harten Tag 2.295 das Ziel, 22% mussten das Rennen leider vorzeitig beenden. Uwe Möller erreichte Gesamtplatz 747 von 2.295 und Platz 37 von 172 in seiner Altersklasse M55. Volker Stadler freute sich über Gesamtplatz 1.037 von 2.295 und Platz 113 von 303 in seiner Altersklasse M50. Uwe Möller wurde in St. George außerdem ausgezeichnet, in den letzten 10 Jahren hatte er mehr als 20 Langdistanzen erfolgreich absolviert. Für Uwe Möller war es die 35. Langdistanz und für Volker Stadler die 13.

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Tri-Force Fulda e.V.