Peter Leinweber bei Quadrathlon Sprint WM am Bergsee Ratscher
09.09.2018 21:47
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Seit 30 Jahren treffen sich die Triathleten am Bergsee Ratscher. Doch auch die noch verrückteren Quadrathleten, die zusätzlich noch ins Kajak steigen, blicken zurück auf ihren 15. Quadrathlon. Der Quadrathlon-Weltverband vergab diese Jahr bereits zum dritten Mal seine Welt-Titelkämpfe im an den Bergsee. Belgier, Engländer, Polen, Spanier, Tschechen, Ungarn und sogar ein Neuseeländer kämpften mit zahlreichen Deutschen über die Quadrathlon Sprint Distanz - 750 Meter schwimmend, 20 Kilometer Radfahren, 4,5 Kilometer im Kajak und fünf Kilometer Laufen - um den Sieg.

Peter Leinweber von Tri-Force Fulda, bereits mehrfach erfolgreich am Bergsee beim Sprint Triathlon gestartet, feierte sein Debüt beim Quadrathlon. Er wollte wissen wie Triathlon und Kajak zusammen- passen und nahm sein Wanderkajak mit an den Ratscher Bergsee. Bei neunzehn Grad Wassertemperatur wurde im Neopren geschwommen. Der Auftakt verlief sehr gut und Leinweber kam er als vierter seiner Altersklasse aus dem Wasser. Die zwanzig bergigen Kilometer der Radstrecke absolvierte auf seinem Rennrad und kam nun als zweiter der vierzehn seiner Altersklasse zurück in die Wechselzone.

Der für ihn neue Wechsel ins Kajak erfolgte problemlos und jetzt galt es die vier Runden auf dem Bergsee gegen die Konkurrenz in schnittigen und sehr leichten Carbon Rennbooten zu bestehen. Das Kajakfahren ist eine sehr technische Disziplin mit einer ganz eigenen Dynamik und besonderen Herausforderungen. Auf dem Wasser galt es die Strömung, die Wellen und den Wind zu meistern. Das gesamte Feld sortierte sich hier nochmals neu. Diese Disziplin sorgt für enge Positionskämpfe auf dem Wasser und einen spannenden Rennverlauf.

Bei dieser Quadrathlon WM trafen Anfänger wie Peter Leinweber auf die absoluten Top-Sportler. Es gab Anschauungsunterricht auf dem See wie schnell man in einem schmalen Carbon Boot unterwegs sein kann wenn man solch ein Boot und die entsprechende Technik beherrscht.

Peter Leinweber beherrscht zwar sein Wanderkajak sehr sicher aber die schmalen und leichten Rennboote der Konkurrenten schoben sich vorbei. Die Belastung des Oberkörpers im Sitzen beim Paddeln schafft eine gewisse Entlastung der Beine für das abschließende Laufen. Dies empfindet man als Triathlet ungewohnt aber es funktionierte sehr gut. Peter Leinweber konnte mit einer sehr soliden abschließenden Laufleistung wieder einen Platz gut machen. Er freute sich am Ende über einen neunten Platz in seiner Altersklasse.

Weltmeister im Sprint Quadrathlon wurde der Tscheche Tomas Svoboda  vor Jonathan Monteagudo aus Spanien, der ganz knapp vor dem Heidelberger Stefan Teichert lag. Dessen Frau, Lisa Teichert, dominierte die Frauen-Konkurrenz. Die seit 2015 ungeschlagene Ausnahmeathletin ließ auch diesmal den anderen Mitstreiterinnen keine Chance. Spannend war aber der Kampf um Platz zwei, den Helen Russel aus England vor Anke Trilling belegte.

Bei schönem Spätsommerwetter zeigte sich der Bergsee Ratscher von seiner besten Seite. Eine großartige Veranstaltung; Quadrathlon und Ratscher, das passt. Jeder ist willkommen, und es wird nach dem Wettkampf noch gemütlich zusammengesessen und analysiert. Besonders über den Knackpunkt im Quadrathlon, das Paddeln.

"Wer hier ein richtiges Rennboot fahren kann, ist klar im Vorteil. Quadrathlon ist eine absolut faszinierende Erweiterung des Triathlon Sports. Hier werde ich wieder starten, aber dann mit einem anderen Kajak.“ so das Fazit von Peter Leinweber

Ergebnis Quadrathlon Sprint WM Bergsee Ratscher

Distanzen: 750 m Schwimmen / 20 km Radfahren / 4,5 km Kajak / 5 km Laufen

Peter Leinweber Tri-Force Fulda 9. Platz  AK 50 / 42. Platz Gesamt

Gesamtzeit 1:55:23 / Splitzeiten: 13:41 swim / 41:29 bike / 38:41 kajak / 21:33 run

Quadrathlon – Distanzen und Historie

Distanzen:

Sprint   0,75 km Schwimmen – 20 km Rad – 4 km Kajak – 5 km Lauf

Mittel   1,5 km Schwimmen – 40 km Rad – 8 km Kajak – 10 km Lauf

Lang     4 km Schwimmen – 90 km Rad – 20 km Kajak – 21 km Lauf

Eine gute Ausdauer, Kraft und Technik sind erforderlich, um einen Wettkampf auf internationalem Niveau erfolgreich zu gestalten. Sie sind allerdings nicht zwingende Voraussetzung zum Bestehen eines Quadrathlons. Der Weg ist das Ziel und so sind auch Anfänger bei moderater Intensität in der Lage, den Quadrathlon-Sport mit Freude zu betreiben. Quadrathlon hat die Sportart prägende symmetrische Disziplinenverteilung und eine Gleichbelastung der oberen und unteren Extremitäten ist gegeben.

– 2x Wasser und 2x Land

– 2x Oberkörper und 2x Unterkörper

– 2x Geräte-Disziplin und 2x “nackte“ Disziplin

Historie:

Im Jahr 1987 initiierte der Italiener Sergio Ferrero auf Ibiza den ersten bekannten Quadrathlon unter der Bezeichnung „Diamond Man“ als Long-Distance Quadrathlon über 5 km Schwimmen, 20 km Kajakfahren, 100 km Radfahren und 21,1 km Laufen. Heute ist daraus auf Ibiza eine Mitteldistanz erhalten geblieben. In der Folgezeit verbreitete sich der Quadrathlon über mehrere Nationen. Als logische Konsequenz entstand daraus 1990 eine Weltgemeinschaft, die WQF (World Quadrathlon Federation) unter der Führung von Sergio Ferrero.

Die WQF veranstaltet jährlich Weltmeisterschaften über alle Distanzen sowie einen Weltcup. Zudem werden in einigen Ländern nationale Serien ausgetragen. Die größten Quadrathlon-Szenen bestehen zur Zeit in Deutschland, Großbritannien und Tschechien.

Quadrathlon in Deutschland; mehr Informationen unter: www.quadrathlon4you.com

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