Trotz Starkregen und Temperatursturz: „Aufgeben ist keine Option“
01.06.2022 18:05
von Andrea Dietl
(Kommentare: 0)

 

Am 29. Mai fand der Ingolstadt Triathlon statt. Felix Martella startete auf der Mitteldistanz und schildert seine Erfahrungen in einem Rennbericht:

„In der Theorie klang alles gut! Die Wetter App war zuversichtlich, auf dem Rad sollte es frisch sein mit anschließend perfektem Laufwetter. Auf dem Weg zum Veranstaltungsgelände zeigte sich die Sonne, also alles wie prognostiziert. Auf dem Plan standen 1,9km Schwimmen, 80km Rad und 21km Laufen. Der Wettkampf fand komplett ohne Einschränkungen durch die Corona Pandemie statt!

Schwimmen - 8:00 Uhr
Es wurde alle 5 Minuten in Blöcken gestartet. Da war er wieder, ein kleiner Massenstart mit 220 Athleten. Irgendwie verrückt, aber es war so ein Moment wie vor der Pandemie, der sich einfach gut anfühlte. Nach einer kleinen Wasserschlacht bis zur ersten Boje hat sich das Feld eingefunden und man konnte so langsam in einen Schwimmrhythmus kommen, ohne dass einem jemand auf die Beine schlägt, ohne dass jemand die Orientierung verloren hatte und man plötzlich von der Seite fast überschwommen wird. Jetzt musste man sich nur noch gut orientieren und gegen die Algen kämpfen, die fast bis zur Wasseroberfläche rankten. Mit 33:41min war ich für mich zufrieden. Im Vergleich zum letzten Start in Ingolstadt habe ich mich um 4:30min verbessert.

Der Wechsel vom Schwimmen zum Rad war mal wieder sensationell, man läuft in die Wechselzone und wird durch einen Kanal von Menschen durch Anfeuerungsrufe gepeitscht. Neo ausziehen und ab aufs Rad.

Rad - 8:36 Uhr
Auf den ersten 2km galt ein Überholverbot. So konnte man erstmal ganz locker in den Tritt kommen und warten bis das Rennen so richtig freigegeben wurde. „Nur nicht überpacen“, waren die Worte meines Trainers. Gerade am Anfang hatte ich die Werte gut im Blick, damit das nicht passiert. Doch was war das? Nach 25min auf dem Rad bekam ich die ersten Tropfen ab. Bestimmt nur ein kleiner Schauer! Aber weit gefehlt: Es folgten 2 Stunden Regen/Starkregen und ein Temperatursturz von 8°C. Bei Temperaturen um die 10°C und einem sehr kalten Wind hatte der Triathlon für etliche während oder nach dem Radfahren sein Ende. Man sah viele, die in der Wechselzone einfach nur noch ihren Chip abgaben und eine Rettungsdecke bekamen, weil sie ausgestiegen waren und komplett unterkühlt aufgegeben hatten.
Als ich die 80km nach 2:07h (Durchschnittsgeschwindigkeit 38km/h) absolviert hatte und in der Wechselzone ankam, brauchte ich 10 Minuten um meine Socken und Schuhe anzuziehen. So etwas hatte ich noch nie, Gefühl in den Händen Fehlanzeige und der ganzen Körper zitterte. Ich wollte alles , aber nur nicht aufgeben! Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt meine Familie, die mich begleitete, noch nicht gesehen, da diese wahrscheinlich genauso vom Regen überrascht wurde wie alle anderen Starter auch.

Laufen - 11:00 Uhr
Mit halb gebunden Schuhen ging es auf die Laufstrecke und der Regen fand endlich sein Ende. Nach 7km sah ich dann erstmals meine Familie und legte einen Stopp ein, um mir endlich die Schuhe richtig zu binden, da ich nun auch etwas Gefühl in den Händen hatte. So konnte ich noch kurz ein Update über die Situation geben und dann ging es weiter, die neue Laufstrecke des Ingolstadt Triathlons war gelungen. Der Untergrund wechselte zwischen Asphalt und Schotter und führte erstmals durch die Innenstadt. Es gab ein paar Stimmungsnester und so merkte man nicht wie am Ende die 21km auf der Uhr standen.

Erst im Ziel habe ich von mehreren hundert Athleten erfahren, die das Rennen nicht beenden konnten, ca. 230 AthletInnen auf der Mitteldistanz! Um so glücklicher war ich, es trotz ewiger Zeit in der Wechselzone auf die Strecke und bis ins Ziel geschafft zu haben. Vielen Dank an meine Frau und meine Kinder, die mich an dem Tag unterstützt und auf der Reise begleitet haben.“

 

Zurück

Tri-Force Fulda e.V.