Uwe Möller qualifiziert sich zum fünften Mal für die Weltmeisterschaft auf Hawaii
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08.12.2017 15:50
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Am Sonntag, den 03.12.2017 ging der Eichenzeller Triathlet Uwe Möller von Tri-Force-Fulda beim Ironman in Busselton – Westaustralien an den Start. Dies sollte die letzte Langdistanz in Möllers 19-jähriger Triathlonkarriere werden, noch einmal 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen. Das war der Plan des 52-jährigen als er am Donnerstag, den 23.11.2017 in den Flieger nach Perth stieg. Manchmal kommt aber eben alles anders. Die Vorbereitungen liefen wie geplant und für den Wettkampftag waren Temperaturen um die 34 Grad im Schatten vorhergesagt. Ideales Wetter für Möller, der bei Hitze seine größten Erfolge zu verbuchen hatte.

Am Morgen des 03.12.2017 strahlte die Sonne über wolkenlosem Himmel, es war windstill als Möller in der Wechselzone sein Rad für den Ironman vorbereitete. Nachdem die Luftpumpe wieder sicher im Auto verstaut wurde, war allerdings nichts mehr entspannt. Die Athleten des bereits um 6:00 Uhr gestarteten Ironman 70.3 (Mitteldistanz) wuselten allesamt am Strand umher, die Zuschauer waren aufgeregt und die Durchsagen des Moderators unverständlich. Irgendwann gab es ein Startsignal und die Athleten des Ironman 70.3 rannten paarweise vom Strand in die Wechselzone und gingen aufs Rad. Was war hier los? Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass nachdem schon einige Athleten im Wasser waren auf der Schwimmstrecke Haie gesichtet wurden - das Schwimmen musste sofort abgebrochen werden. Ob bei der anschließenden Langdistanz ein Schwimmen stattfinden würde oder nicht, sei noch nicht entschieden. Diese Information führte natürlich nicht zu einem Gefühl was man sich vor einem solchen Wettkampf wünscht.

Beim letzten geplanten Ironman kein Schwimmen, das darf ja wohl nicht wahr sein. Andererseits auf einer Strecke zu schwimmen wo kürzlich Haie gewesen waren, diese Vorstellung ist auch keine schöne. Die Entscheidung musste ohnehin durch die Verantwortlichen des Veranstalters getroffen werden. Nach langem Warten stand dann fest, der Start des Ironman wird von 7:00 Uhr auf 8:00 Uhr verschoben und der Wettkampf wird ohne die Schwimmdisziplin ausgetragen, dies sei zu gefährlich. Somit versammelten sich um kurz vor 8 knapp 2000 Athleten am Strand und warteten auf den so genannten Rolling Start, bei dem im Abstand von jeweils 5 Sekunden immer zwei Athleten starten durften.

Dieses Procedere dauerte bei der großen Anzahl der Teilnehmer knapp über eine Stunde, Möller passierte die Startlinie am Strand um 08:39 Uhr und befand sich nach der schnellsten Wechselzeit aller Athleten seiner Altersklasse 50 – 54 nach 2:26 Minuten auf dem Fahrrad. Hier galt es zwei Runden a´ 90 km auf rauem Asphalt und zunehmendem Wind bei steigenden Temperaturen in der wunderschönen teilweisen Buschlandschaft in Australien zu bewältigen. Die ersten 90 km absolvierte Möller in unglaublichen 2:23:23 Stunden, in der zweiten Runde musste bei nun über 30 Grad schon um teilweise nicht mehr koordinationsfähige und zum Teil gestürzte Athleten Slalom gefahren werden. Solche Bedingungen gab es bei diesem Wettkampf, den der Eichenzeller Athlet nun schon zum dritten Mal absolvierte noch nie. Nach einer Radzeit von 5:09:51 Sekunden wechselte Möller von den Rad- in die Laufschuhe. In der Wechselzone hielt er sich mit 5:17 Minuten etwas länger auf, hier galt es den überhitzen Körper mit viel Eiswürfel, Getränken und einer kalten Wasserdusche herunter zu kühlen.

Schließlich standen in dieser Hitze noch 42 Laufkilometer auf dem To-do-Zettel. Die erste Laufrunde a´ 10,5 km nutzte Möller um an jeder Verpflegungsstelle zu gehen, sich mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen und seine Kappe und seinen Rennanzug mit Eiswürfel zu füllen, nur so kann man bei diesen  Temperaturen noch leistungsfähig bleiben. Viele Athleten beherzten diese Ratschläge allerdings nicht, sie rannten wild drauf los und mussten in der zweiten von insgesamt vier Laufrunden gehen, sich hinsetzen oder sogar übergeben. Möller dagegen fühlte sich immer wohler und konnte ab der zweiten Runde seine Laufgeschwindigkeit auf das gewünschte Maß steigern und kontinuierlich halten. Wichtig war aber weiterhin bei den Verpflegungsstationen zu gehen und sich ausreichend zu ernähren und zu kühlen. Mit jedem absolvierten Kilometer freute er sich mehr auf die Ziellinie. Heute war einfach der perfekte Tag.

Nach einer Laufzeit von 4:19:37 und einer Gesamtzeit von 9:37:36 überquerte Möller glücklich und mit seiner Leistung überaus zufrieden die Ziellinie, hinter der seine Lebensgefährtin mit der begehrten Medaille und einer Umarmung wartete. Seine ersten Worte waren “Das war´s“. Er hatte in diesem Moment abgeschlossen mit seinen Rennen auf der Langdistanz, er war zufrieden mit seiner Leistung und wollte von nun an nur noch mit Rennen der halben Distanz fortfahren. Am nächsten Vormittag wurden die Ergebnislisten aufgehängt. Und hier konnte Möller seinen Augen kaum trauen. Von den knapp 2000 gestarteten Athleten überquerten bei diesen harten Bedingungen 1196 Athleten die Ziellinie, Möller als insgesamt 169. In seiner Altersklasse 50 – 54 belegte der ambitionierte Athlet den 5. Platz von 104 Finishern. Mit dieser Platzierung hatte sich der 52-jährige direkt für den Start der Weltmeisterschaft des Ironman am 13. Oktober 2018 auf Hawaii qualifiziert.

Sofort wurde das Ende der Langdistanzkarriere umdatiert, diese Gelegenheit durfte man sich nicht entgehen lassen. Im Mekka des Sport und Triathlon Australien eine Qualifikation für die WM zu erreichen, dies hätte Möller sich in seinen größten Träumen nicht vorstellen können. Für ihn war es die 32. Langdistanz, viermal war er bereits bei dem härtesten Rennen auf Hawaii an den Start gegangen. Es wird ihm nun eine ehrvolle Aufgabe sein, seinen 33. und definitiv letzten Ironman am 13.10.2018 auf Hawaii zu absolvieren.

 

  

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