Challenge Roth 2025 – Ein Tag voller Höhen, Tiefen und echter Triathlon-Mentalität – eine Reise wert

Roth 06.07.2025, die Challenge war für mich alles andere als Routine – sie begann chaotisch, forderte mich auf allen Distanzen heraus und endete mit einem Finish, auf das ich trotz allem stolz bin.

Ein turbulenter Start – Materialpanne vor dem Startschuss
Oli: Noch bevor der Wettkampf überhaupt begonnen hatte, sorgte mein Einteiler für den ersten Schockmoment: Beim Hochziehen riss er – ein denkbar ungünstiger Start in einen der härtesten Tage des Jahres. Glücklicherweise sprang mir ein Kollege aus dem „Camping“-Kreis spontan zur Seite und lieh mir seinen Einteiler. Ohne diese Hilfe hätte ich den Start wohl kaum so gelassen nehmen können.

Alex: Es war für mich das erste Mal in Roth und ich bin total begeistert. Am 06.07.2025 fand die Challenge Roth über die Langdistanz statt. Ich habe schon an einigen Rennen teilgenommen. Das war für mich das bisher schönste Event. Die Stimmung ist vom Schwimmen bis zum Zieleinlauf grandios, die Radstrecke durch das hügeliche Frankenland macht richtig Spaß und die Versorgung durch die vielen Volunteers ist einmalig.

Schwimmen ohne Neo – hart erkämpft
Oli: Zum ersten Mal ging es für mich ohne Neoprenanzug ins Wasser. Die Bedingungen waren ungewohnt, und ich musste hart arbeiten – am Ende stand eine Schwimmzeit, die 6,5 Minuten langsamer war als im Vorjahr. Solide durchgezogen, aber da ist noch Luft nach oben.

Alex: Das Schwimmen fand bei 25°C leider ohne Neo im Main-Donau-Kanal statt. Ein Neoverbot gab es zuletzt wie ich gehört habe vor 15 Jahren. Leider kämpfte ich die letzten 700 m immer wieder mit Krämpfen und ich war froh als ich nach 1h24 endlich aus dem Wasser kam. Obwohl es ein nicht gerade flacher Kurs war mit 1500 Hm auf der Rad- und 160 Hm auf der Laufstrecke und trotz meiner ungenügenden Schwimmperformance konnte ich hier in 11h05 meine schnellste Langdistanz absolvieren und wurde 99. Frau und 2. in der AK 50. Das Wetter hat an diesem Tag auch gut mitgespielt. Es war zwar im wahrsten Sinne des Wortes staubtrocken und warm, aber nicht mehr so heiß wie am Samstag zuvor. Fast hätte ich es vielleicht nicht rechtzeitig zum Schwimmstart geschafft. Alle Straßen waren gesperrt und mein Mann und ich wussten nicht mehr wie wir dorthin fahren konnten. Bis Floh, so der Name eines Parkplatzeinweiser, mir anbot, mich als angebliche VIP mit seinem Pickup durch die Straßensperren und teilweise übers Feld zum Schwimmstart zu fahren. Ich bin ihm so unendlich dankbar, dass ich möglicherweise durch ihn dieses stimmungsgeladene Event genießen konnte. 

Radfahren – Frust und Freude zugleich
Oli: Direkt zu Beginn der Radstrecke begannen die Probleme: Der Tubeless-Vorderreifen verlor massiv Luft, Dichtmilch trat aus. Ich pumpte zunächst selbst nach, später nochmal beim Bike-Service. Doch der Druck hielt nie richtig – die Fahrt war geprägt von hohem Rollwiderstand und ständigem Misstrauen ins Material.
Und trotzdem: Meine Beine fühlten sich gut an, die Stimmung an der Strecke phänomenal – und so wurde das Radfahren trotz allem zu einem der Highlights des Tages. Auch wenn ich mit 5:35 h ganze 31 Minuten langsamer war als im Vorjahr (bei 11 Watt mehr Leistung!), blieb das Grinsen nicht aus. Es war hart, aber es war auch großartig.

Laufen – stark begonnen, hart gekämpft und gefinisht
Oli: Der Marathon startete vielversprechend. Ich kam gut ins Rollen, fühlte mich stark – bis Kilometer 21. Dann plötzlich Krämpfe, die mich bis zum erlösenden Toi Toi ausbremsten. Danach ging es besser, aber die Gels wollten nicht mehr rein, die Energieaufnahme wurde zur Herausforderung. Ab Kilometer 30 wurde das Tempo deutlich langsamer. Die Motivation ließ nach, die Summe der vorangegangenen Belastungen zehrte. Ich ließ mir mehr Zeit an den Verpflegungsstellen, trank viel, kühlte mich regelmäßig.
Trotz allem brachte ich den Marathon in 3:33 h ins Ziel – und finishte mit einer Gesamtzeit von 10:36 h. Nicht das erhoffte Ergebnis, aber eines, das sich sehen lassen kann.

Ein Tag, der ohne Support nicht machbar gewesen wäre
Oli: Besonders dankbar bin ich meiner Familie und meinen Freunden vor Ort. Ihr wart laut, ihr wart da, und ihr habt mich ins Ziel getragen. Die Emotionen beim Einlauf, die Tränen, das Strahlen – all das gehört euch genauso wie mir.

Fazit:
Oli: Es war nicht mein perfekter Tag. Aber es war ein Tag, der gezeigt hat, was Triathlon bedeutet: Durchbeißen, anpassen, weitermachen – und trotzdem genießen. Und genau deshalb war es ein richtig guter Tag.

Alex: Im Ziel wurde ich von einem Helfer noch ein Stück in den Athletengarten begleitet. Er fragte, wie ich zufrieden bin und stellte fest, dass die Bedingungen schon beim Schwimmen im warmen Kanal ohne Neo, mit dem man durch den Auftrieb ja nur mit den Armen Rudern würde und ohne ja eher Schwimmen könnte, ganz gut waren. Er hat eben mit einer Ruderin gesprochen und nicht mit einer Schwimmerin. Es war ein aufregendes Wochenende und wenn ich die Gelegenheit bekomme, war es auch nicht das letzte Mal in Roth.

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