Henkel holt sich WM-Qualifikation für Hawaii
2018-12-13 11:39
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Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu und für die meisten Triathleten bedeutet das "Off-Saison", in der man es etwas ruhiger angehen lässt, sich von der Saison erholt und Pläne für das Jahr 2019 schmiedet.

Nicht so für Lothar Henkel und Christoph Südfeld von Tri-Force Fulda, die es zum Jahresende noch einmal wissen wollten und am 02. Dezember beim Ironman Argentinien in Mar del Plata an der Startlinie standen.

Für Südfeld stand im Vordergrund, nach 12 Jahren Abstinenz auf der Langdistanz wieder neu Fuß zu fassen und sich an die enormen Streckenlängen heranzutasten. Obwohl er in seiner Altersklasse Ak50 der älteste Teilnehmer von den insgesamt 90 Startern war, ließ er sich von diesem Nachteil nicht beirren und ging motiviert an den Start.

Lothar Henkel schloss sich mit einer gewissen Hoffnung auf eine WM Qualifikation an, nachdem er auf der Langdistanz bei den Deutschen Meisterschaften diesen Jahres einen Podestplatz ergattern konnte.

Südfeld hatte nach dem Triathlon in Südafrika vor zwei Monaten eine sehr kurze Vorbereitungszeit, um von einer guten Mitteldistanzform auf eine Langdistanzform zu kommen. Aber durch das Training gemeinsam mit Henkel und der Tri-Force Trainingsgruppe war es möglich.  Leider musste er feststellen, dass ausgerechnet seine Paradedisziplin, das Schwimmen, witterungsbedingt von 3,8 km auf 1,5 km verkürzt werden sollte. Das kam ihm nicht gerade entgegen. Nach dem Todesfall eines 42jährigen Brasilianers im Vorfeld aufgrund der hohen Wellen war es allerdings gerechtfertigt.

Nach 27:28 Minuten stieg er als 22. von 90 aus den Fluten des Atlantiks. Nach dem Wechsel auf das Aerobike hieß es erst einmal wieder an Körpertemperatur zu gewinnen. Das gelang aber sehr gut und ermöglichte eine erste sehr schnelle 60 km-Runde, die dreimal zu fahren war. Da die Radstrecke an der Atlantikküste entlang ging, mussten die Teilnehmer die Hälfte der 181 km langen Radstrecke mit extremen Gegenwind kämpfen. Pro Runde 30 km Rückenwind, 30 km Gegenwind und circa 870 m Höhenmeter, Südfeld kam nach 5:42:08 Stunden auf Platz 25 in der Wechselzone an.

Das Laufen fing für ihn wie immer sehr zäh an. Bis km 10 war er zeitlich noch zufrieden, musste sich aber mehr und mehr quälen. Bei km 14 musste er das erste Mal stehen bleiben und die restlichen 28 km waren für ihn die längsten, die er je gelaufen und gegangen ist. Aber er konnte trotzdem nach 04:21:23 Stunden das Laufen beenden und platzierte sich insgesamt auf dem 36. von 90 Plätzen seiner Altersklasse.

"Was hilft´s, bis hierher lief es ja ganz gut und es war ja nur mein Vorbereitungswettkampf für das kommende Jahr.

In dem ich dann als Jüngster in der neuen Altersklasse starten werde. Nun weiß ich was zu tun ist in 2019 und die folgenden…  meine Form zu stabilisieren und somit sehr gute Platzierungen zu erreichen" so Südfeld.

Für Henkel hat das Jahr 2018 eine Entwicklung genommen, wie er sie weder geplant noch gehofft hatte.

Nachdem er in Hamburg als Dritter in seiner Altersklasse die WM Qualifikation in Hawaii um ca. zwei Minuten verpasste, wurde ihm bewusst, dass er in seiner Altersklasse durchaus konkurrenzfähig ist. Bei einem optimalen Wettkampf und vielleicht ein wenig Glück hielt er die Qualifikation für machbar und entschied sich, mit Südfeld gemeinsam in Argentinien zu starten.

Das Schwimmen verlief für ihn nicht gut aber zufriedenstellend, da er das Schwimmtraining die letzten beiden Jahre mehr oder weniger hat ausfallen lassen. Er kam nach 33:37 Minuten in der Wechselzone an.

Nach 05:29:04 Stunden mit viel Gegenwind konnte er das Radfahren beenden und war zunächst mit seiner Zeit nicht zufrieden. Später sollte er erfahren, dass es die drittbeste Zeit seiner Altersklasse war.

Der Wechsel zum Laufen verlief für ihn recht zügig und der Marathon begann am Anfang zäh. Ihm war allerdings klar, dass er nur eine Chance auf die Qualifikation haben würde, wenn er den Marathon in 03:35 - 03:30 Stunden laufen kann.

Letztendlich wurden es 03:31 Stunden.

Am Ende reichte es zur Hawaii-Qualifikation als 3. seiner Altersklasse. Insgesamt gab es 4 Slots in der AK 55.

Seine Gesamtzeit lag bei 09:49:11 Stunden mit den Splitzeiten: Swim (1500 m) 33:37 min; Rad 5:29:04 std; Lauf 3:31:24 std.

"Am Montag war Siegerehrung und Slotvergabe und selbstverständlich habe ich es sehr genossen, schließlich habe ich mich zum ersten Mal für die WM in Hawaii qualifiziert und habe erreicht wovon wohl die allermeisten Triathleten träumen" so Henkel.

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