ÖTTILÖ SwimRun im Engadin: Platz 2 und Silbermedaille für Verena Tobert
14.07.2022 12:44
von Andrea Dietl
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Ein paar Kilometer entfernt von St. Moritz in der Schweiz fand am 09. Juli 2022 der 9. „ÖTTILLÖ Engadin“ statt. Beim „ÖTILLÖ“ handelt es sich um einen sogenannten „SwimRun“, es wird geschwommen und gelaufen mit häufigen Wechseln. Die Besonderheit: Alles, was der Athlet mit an die Startlinie nimmt, muss er auch ins Ziel bringen. Das bedeutet konkret, von Kopf (Badekappe) bis Fuß (Schuh).

Für die beiden TriForce-Athleten Günter Rothmayer und Peter Leinweber war es bereits die zweite und dritte Teilnahme. Begeistert von der sagenhaften Berglandschaft brachten sie ihre Idee mit an den Pfordter See, wo sie Verena Tobert mit dem SwimRun-Virus infizierten. Das Trio trainierte bei Wind und Wetter, seien es 30°C im Schatten oder 3°C und Schneefall. Schon verrückt, könnte man meinen. „Alles Erfahrungswerte“, erklärt Leinweber, „die Seen im Engadin haben durchschnittlich 14°C, darauf sollte man vorbereitet sein.“ In der Tat stellte sich am Ende heraus, dass gerade die „Schlechtwetter-Einheiten“ ein wertvolles Mentaltraining für die wellige Seedurchquerung waren.

Aufgrund der mitunter widrigen Bedingungen ist ein Kälteschutz mit kurzem Neoprenanzug, ein Erste-Hilfe-Set, eine Trillerpfeife und ein faltbarer Becher für die Getränkeaufnahme für die Wettkampfteilnahme vorgeschrieben. Wettertechnisch hatten die TeilnehmerInnen großes Glück: Der Startschuss erfolgte am Samstag um 9:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein auf 1.815 m Höhe am kristallklaren und klirrend kalten Bergsee in Silvaplana. Über 400 Teilnehmer aus 25 Nationen gingen an den Start, dominiert wurde das Startfeld von AthletInnen aus Frankreich. Nach den ersten Kilometern Laufen und Schwimmen in Richtung St. Moritz ging es vier Kilometer bergan auf den ersten Gipfel auf rund 2.100m Höhe in die Berge. Vorbei an duftenden Kiefern, tosenden Wasserfällen und inklusive der Durchquerung von Gebirgsbächen ging nach der Verpflegung auf die ebenfalls rund vier Kilometer lange Downhillstrecke auf engen Trails und Waldwegen zurück zum Seeufer. Das Teilnehmerfeld zog sich bereits auseinander. Während Peter Leinweber und Günter Rothmayer nun auf die Sprint-Distanz abbogen, hatte sich Verena Tobert für die längste Distanz entschlossen: 37,5km Trail-Lauf, 5,9km Schwimmen und 1280 Höhenmeter Differenz galt es für sie als Einzelstarterin zu bewältigen. Eine gewisse Grundfitness ist hier Voraussetzung, denn neben der Distanz gab es unterwegs auch zwei Zeitlimits an den Verpflegungspunkten vier und sieben – wer zu spät kommt, wird aus dem Rennen genommen.

Wie für die meisten AthletInnen war für Tobert das Schwimmen die größte Herausforderung. „Die Länge der Strecke an sich ist kein Problem, aber der Wellengang“, mahnt die Tri-Forcerin. Während der See gerade um die Mittagszeit durch den starken Maloja-Wind bei Kite-Surfern beliebt ist, kämpfen sich die SwimRunner mit purer Armkraft einmal quer durch den See. „Der Beinschlag ist vollkommen ineffektiv, weil wir die Schuhe anlassen“, so Tobert, „dafür gibt es eine kleine Auftriebshilfe, damit die Füße oben bleiben, einen sogenannten Pullbuoy“. Gerade einmal 6 Tage zuvor startete sie noch beim Halbmarathon auf der Seiser Alm. „Höhengewöhnung“, sagt dir 26-Jährige augenzwinkernd.

Verena Tobert beendete die Gesamtdistanz mit 7:59:51h unter der 8h-Marke und sicherte sich damit die Silbermedaille in der Gesamtwertung der Solo-Frauen. Peter Leinweber erreichte trotz Sturz den 16. Gesamtplatz auf der Sprintdistanz mit einer Zeit von 2:13:23h, Günter Rothmayer konnte sich mit einer Zeit von 2:07:17 auf Platz 13 vorkämpfen.

ÖTILLÖ Engadin World Series Distanz 43,4 km
bestehend aus 5,9 km Schwimmen und 37,5 km Trail Running mit 18 Wechseln
2. Frau Solo Gesamt Verena Tobert, Tri-Force Fulda, in einer Gesamtzeit 7:59:51 Std.

ÖTTILÖ Engadin SPRINT Distanz 15,2 km
bestehend aus 2,2 km Schwimmen und 13 km Trail Running mit 8 Wechseln
13. Gesamt Günter Rothmayer, Tri-Force Fulda, in einer Gesamtzeit von 2:07:17 Std.
16. Gesamt Peter Leinweber, Tri-Force Fulda, in einer Gesamtzeit von 2:13:23 Std.

 

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Tri-Force Fulda e.V.